Neubau eines Verwaltungsgebäudes
2016(Wettbewerb)-2025(Eröffnung)
Stadträumliche Setzung und architektonisches Konzept
Das Servicegebäude des Kölner Studierendenwerks ist der erste Baustein einer Weiterentwicklung der Kölner Universität zwischen Innerem Grüngürtel im Osten und der Universitätsstraße im Westen. Eine Abfolge von Platzräumen soll in Zukunft die hier entstehende Bebauung prägen. Da diese bauliche Entwicklung Jahrzehnte dauern wird, muss das Gebäude des Studierendenwerks zwei städtebauliche Typologien erfüllen: Es muss solitäre Strahlkraft für die erste Phase der Alleinpositionierung im Stadtraum ebenso in sich tragen, als sich auch nach Realisierung des städtebaulichen Masterplans in das Gefüge aus Gebäuden und Platzfolgen einfügen.
Das Servicehaus des Studierendenwerks wird daher als solitärer und stadtraumbildender „Palazzo“ mit einer fein detaillierten Fassade aus gesäuerten Betonfertigteilen innerhalb der von den Verfassern entwickelten städtebaulichen Struktur positioniert. Durch seine Lage an zwei Platzräumen gewinnt es eine hohe Präsenz im Stadtraum und fungiert als zentraler Ankerpunkt. Die Mehrfachadressierung an zwei zukünftigen Plätzen ermöglicht eine intuitive Zugänglichkeit und verstärkt die Vernetzung mit den umgebenden Freiräumen.
Die relativ kleine Baumasse wird in seiner solitären Wirkung durch die von Geschoss zu Geschoss vorspringende Kubatur und den ruhigen großmaßstäblichen Fassadenrhythmus gestärkt. Die T-förmigen geschoßhohen Betonfertigteile geben dem Haus seine angestrebte urbane Präsenz. Das gleiche Ziel wird mit den silbernen Rahmungen der Öffnungen (in denen sich der Sonnenschutz und dessen Führungsschienen verstecken) angestrebt.
Betreten wird das Gebäude über eine Annäherungssequenz: Der Besucher wird aus dem Stadtraum in einen Innenhof geleitet. Obwohl noch Außenraum ist dies schon die „Eingangshalle“ und Kommunikationsraum des Hauses. Auch hier lässt die großartige Fassade mit ihrer samtweichen Betonoberfläche und den nach oben hin größer werdenden Öffnungen die Wahrnehmung verschwimmen. Alles wirkt größer, urbaner, solitärer, als es die kleine Kubatur vermuten lässt.
Im Inneren folgt das Gebäude dem Leitbild eines offenen, wandelbaren Raumgefüges, welches durch Sichtbetonkerne strukturiert wird. Die Fassadenrundungen des Innenhofs unterstützen das Fließen des Raums und wiederum zur Steigerung der Raumwahrnehmung.
Ein großzügig ausgebildetes Erdgeschoss interpretiert die Idee einer öffentlichen Halle und bündelt Service, Information und Aufenthalt in einem zusammenhängenden Raumkontinuum. Die darüberliegenden Ebenen sind als flexible Loftstrukturen organisiert, die sowohl differenzierte Büroformen als auch offene Arbeitslandschaften zulassen und sich langfristig an veränderte Anforderungen anpassen können.
Mit jedem Geschoss ändert sich die Perspektive des Innenhofs. Diagonale Blickbeziehungen und öffenbare Fenstertüren lassen eine mediterrane Hofatmosphäre entstehen, die die Mitarbeitenden und Besuchenden des Gebäudes zu einem kommunikativen Miteinander einlädt.
Städtebau
Prof. Gernot Schulz und André Zweering mit Reicher Haase Assoziierte
Entwurf Servicehaus
Prof. Gernot Schulz, André Zweering
Projektleitung
Andrea Zoll und Lara Ahrens McCarthy
Mitarbeiter
Bernd Klepper, Niklas Menn, Sarah Wolter, Dorle Zweering
Fotograf
HGEsch
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